Android Emulatoren: Drei kostenlose Programme im Vergleich


Bluestacks (bereits seit 2011 auf dem Markt) ist der bekannteste und weltweit wohl am meisten genutzte Android-Emulator. Der Emulator aus den USA überzeugt durch eine gute Produktpflege und laufende Updates. Hinzu kommen eine leichte Installation und eine intuitive Bedienung. Hat man Probleme mit der Software, hilft beispielsweise die Bluestacks Community auf der bekannten Reddit-Plattform mit über 25.000 Mitgliedern. Zudem bietet die offizielle Website umfangreiche Hilfestellungen (z. B. Hinweise zur Bedienung und zur optimalen Konfiguration des Emulators).

Wie die meisten Android-Emulatoren hat sich Bluestacks vor allem auf Games spezialisiert, die in höherer Auflösung auch auf größeren Bildschirmen flüssig gespielt und mit Maus und Tastatur gesteuert werden können. Beim Erstellen von Spielsteuerungen können User auf bereits vorbereitete Basiskonfigurationen zurückgreifen. Darüber hinaus können Sie Ihr eigenes Gamepad einsetzen und an individuelle Bedürfnisse anpassen (etwa durch Keymapping). Auch gewohnte Touchscreen-Funktionen können am PC simuliert werden (Antippen, Wischen, Schütteln, Zoomen, Kippen etc.). Durch die Multitasking-Fähigkeit von Bluestacks kann man App-Wechsel vornehmen und in mehreren Anwendungen parallel aktiv sein.

Besonders angesagte Top-Spiele findet man zügig über ein gesondert implementiertes App-Center. Außerdem kann man Bücher, Musik und Filme downloaden und interessante Apps sowie liebgewonnene Programme, die man bereits käuflich erworben hat, aus dem Google Play Store installieren. Der Android-Emulator ist für seine breite Unterstützung von Android-Apps bekannt, Installations- und Kompatibilitätsprobleme kommen eher seltener vor.

Der Zugang zum Play Store und eine anschließende Synchronisation mit einem schon bestehenden Konto (z. B. zum Herunterladen von bereits erworbenen Apps) sind nur mit einem Google-Login möglich. Sie müssen sich also bei Gmail registrieren und eine entsprechende Mail-Adresse vorweisen können. Diese Registrierungspflicht wird Bluestacks des Öfteren als Nachteil ausgelegt. Die allermeisten User haben aber ohnehin schon einen Google Account, der ja auch schon bei Android-Smartphones und -Tablets für die Play-Store-Nutzung verbindlich ist.

Für spezielle Anwendungen und Spiele kann man den Google Store umgehen und direkt sogenannte APK-Dateien (APK = Android application package) installieren. Die Dateien gibt es auf speziellen Internet-Seiten, deren Seriosität Sie aber unbedingt vor dem Download und vor der Installation prüfen sollten. Sie können APK-Dateien besonders bequem über Drag-n-Drop installieren, indem Sie die Setup-Datei einfach in das Emulator-Fenster ziehen. Wenn Bluestacks schon installiert und im System bereits mit .apk-Dateien verknüpft ist, reicht auch ein Doppelklick auf die Installationsdatei.

Bluestacks läuft – wie die meisten Emulatoren – am besten mit Windows 10 (64 Bit), unterstützt aber bereits Versionen ab Windows 7 (32- oder 64 Bit-Versionen). 2 GB RAM sollte der Arbeitsspeicher mindestens groß sein. Der Anbieter stellt verschiedene Download-Versionen für 32- und 64-Bit-Versionen zur Verfügung. Wer einen 64-Bit-Windows-PC nutzt, kann sogar eine Installationsversion für 64-Bit-Android-Apps herunterladen (besonders vorteilhaft für leistungshungrige Spiele). Die aktuelle Version (Bluestacks 4) emuliert Android Nougat – nicht die aktuelle Version, aber die meisten aktuell angebotenen Apps und Spiele laufen problemlos auf dem OS.

Zu den Nachteilen des Android-Emulators zählt, dass es kostenlos nur eine werbefinanzierte Version gibt (mit Sponsored Ads & Werbeunterbrechungen). Das werbefreie Premiumabo kostet monatlich nur ein paar Dollar. Mit Werbung innerhalb der Play-Store-Apps (In-App-Werbung) müssen Sie aber auch im Premium-Abonnement leben. In der Community wird wiederholt beklagt, dass Bluestacks ungefragt Spiele, Bloat- und Adware im Hintergrund installiert. Der Hersteller beteuert in seinem Blog, dass die offizielle Version keine versteckte Malware, Spyware oder andere unterwünschte Zusatzsoftware enthält. Eine Prüfung der aktuellen offiziellen Installationsdatei ergab bei VirusTotal keine Auffälligkeiten.

Der Hersteller beteuert in der Privacy Policy, dass er sich an die in Europa geltenden Datenschutzbestimmungen hält. Allerdings gibt das US-Unternehmen erhobene Daten an Dritte weiter und ist in jedem Fall dem Cloud-Act verpflichtet (in bestimmten Fällen müssen erhobene Daten amerikanischen Ermittlungsbehörden zur Verfügung gestellt werden).

Im Netz berichten User wiederholt von Performance-Problemen. Solche Probleme sind bei Emulatoren aber generell keine Seltenheit, da sie als „System-im-System“ laufen und gerade bei Spielen viele Ressourcen benötigen. Es gibt aber auch Quellen, die Bluestacks als einen besonders leistungsfähigen und schnellen Emulator einstufen, der sich durch eine gute Performance und geringe Latenzen auszeichnet.

Wie andere Android-Emulatoren hat Bluestacks einige Stellschrauben, mit denen sich die Performance verbessern lässt (z. B. eine flexible Zuweisung von Rechen- und Systemressourcen, Aktivierung der Virtualisierung). Letztendlich hängt die Performance entscheidend davon ab, welche Ressourcen generell zur Verfügung stehen. Dabei spielt natürlich auch die Leistungsfähigkeit des Netzwerks eine Rolle, über das man auch live mit anderen Usern spielen kann (Bluestacks unterstützt zahlreiche Team- und Online-Games).



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