Nextcloud für Raspberry Pi: Installation und Features


Der Begriff NextCloudPi steht für ein Community-Projekt, das eine nahezu betriebsfertige Nextcloud-Version für den Raspberry Pi samt Installationsprogramm zur Verfügung stellt. Dabei ist die spezielle NextCloudPi-Instanz optimal auf die teils spezielle Hardware von Mini-Computern angepasst, um ein möglichst reibungsloses Zusammenspiel sämtlicher Komponenten zu garantieren. NextCloudPi kann man als Imagedatei kostenlos im Internet herunterladen.

Wird das Installationspaket mit der vorinstallierten Nextcloud-Version erfolgreich aufgespielt, steht ein Webserver inklusive Datenbankanbindung zur Verfügung. Zum Installationspaket gehört eine Verwaltungsoberfläche mit allen wichtigen Tools, die man zum Selbsthosting einer privaten bzw. firmeneigenen Cloud braucht. Normalerweise reicht für die Bedienung und Verwaltung der Cloud-Lösung ein Webbrowser mit der darin geladenen Bedienoberfläche aus. Die Administration von Nextcloud auf dem Raspberry Pi kann aber auch via Kommandozeile und Secure Shell (SSH) erfolgen, wodurch man selbst tiefergehende Einstellungen und Veränderungen vornehmen kann.

Bis auf wenige Ausnahmen ist das Raspberry-Pi-Nextcloud-System vorkonfiguriert und stellt ohne weitere Installationsprozeduren bereits zahlreiche Funktionen zur Verfügung. So kann es wie ein Raspberry-Pi-NAS als File- und Medienserver genutzt werden. Unterwegs können Sie dann z. B. Smartphone-Fotos problemlos auf die eigene Cloud laden und dadurch die Speicherressourcen des Mobilgeräts entlasten. Zum Funktionsumfang von NextCloudPi gehören außerdem einige Produktivtools, wie eine Kalenderfunktion, ein Adressbuch für die Verwaltung von Kontakten sowie ein Bereich für Notizen.

Außerdem beinhaltet die Nextcloud-Instanz nützliche Sicherheitsfeatures, die einen hohen Sicherheitsstandard gewährleisten. Nutzer von NextCloudPi können beispielsweise die kostenlose Zertifizierungsstelle Let`s Encrypt in Anspruch nehmen, die seit Ende 2015 sogenannte SSL/TLS-Zertifikate für den verschlüsselten Datentransfer via Transport Layer Security zur Verfügung stellt. Ein weiteres nützliches Sicherheitsfeature ist Fail2Ban, das Nextcloud-Accounts und -Daten vor Brut-Force-Attacken schützt.

Des Weiteren arbeitet Nextcloud für den Raspberry Pi mit der Web Application Firewall ModSecurity zusammen, die ebenfalls dem Open-Source-Konzept verpflichtet ist. Ständige Updates, die automatisch im Hintergrund aufgespielt werden, halten das System auf den aktuellen Stand und erhöhen dadurch die Sicherheit der Cloud.

Den beachtlichen Funktionsumfang von Raspberry-Pi-Nextcloud rundet eine Dateiverwaltung inklusive automatischer Datensynchronisation ab. Sie ermöglicht über mehrere Endgeräte hinweg gemeinsame und stets aktuelle Dateiablagen – ideal für eine mobile Nutzung der Cloud. Zugang zur Cloud erhält man nicht nur über den Webbrowser, sondern auch über nutzerfreundliche Apps, die für alle gängigen mobilen Betriebssysteme zur Verfügung stehen. Nextcloud ist aufgrund des offenen Konzepts auch problemlos über diverse Apps erweiterbar, somit kann man die Funktionalität erweitern und die Cloud flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Wer Nextcloud auf einem Raspberry Pi betreibt, sollte allerdings keine Wunder erwarten. Die begrenzte Leistungsfähigkeit von Einplatinencomputern kann etwa bei parallelen Zugriffen von mehreren Endgeräten oder bei umfangreichen Datentransfers mit vielen kleinen Dateien zum Nachteil werden. Daher eignet sich der Miniatur-PC vor allem für kleinere Cloud-Lösungen im privaten und familiären Umfeld. Freiberufler, Selbständige und KMUs mit einer moderaten Cloud-Nutzung können von der schlanken, flexiblen und kostengünstigen Lösung profitieren.

In größeren Unternehmen kann man die Technik in Nischen einsetzen und beispielsweise ein kleineres Projektteam mit einer maßgeschneiderten Cloud-Lösung versorgen, die vollständig auf der firmeneigenen Infrastruktur aufsetzt und dank der umfangreichen Sicherheitsfeatures auch mit vertraulichen Daten operieren kann.

Die Mini-Computer mit ihren limitierten Schnittstellen für externe USB-Festplatten und Micro SD-Karten sind für eine professionelle und redundante Datensicherung mit hoher Ausfallsicherheit allerdings nur bedingt geeignet. Wer eine skalierbare und in der Bandbreite belastbare Profi-Lösung sucht, sollte Nextcloud in Verbindung mit einem externen Dienstleister nutzen. Dann stehen umfangreicher Webspace sowie eine leistungsfähige professionelle Infrastruktur für die Cloud zur Verfügung, inklusive mehrfach redundanter Datensicherung. Mit dieser leistungsfähigeren Infrastruktur lassen sich dann auch anspruchsvollere cloudbasierte Funktionen wie Videokonferenzen (Nextcloud Talk) störungsfrei durchführen. Um vertrauliche Daten bestmöglich zu schützen, sollten Sie bei der Wahl des externen Dienstleisters unbedingt auf einen hohen Datenschutzstandard (DSGVO-Konformität) achten.



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