Hindsight Bias | Definition, Erklärung & Beispiel


Der Hindsight Bias hat für das Marketing und andere Unternehmensbereiche vor allem interne Relevanz. Es geht bei ihm also nicht direkt um die Kommunikation mit Kunden. Es geht vielmehr um die Wahl der richtigen Strategie für die Marketingkommunikation, die korrekte Prognose für Marktentwicklungen, das optimale Krisenmanagement und andere Entscheidungen beziehungsweise Aussagen, für die Verantwortung übernommen werden muss. Nachfolgend drei Beispiele für Formulierungen, die stark auf Hindsight Bias hindeuten:

  • „Ich erinnere mich nicht, das so gesagt zu haben.“
  • „Mit dieser Entwicklung konnte nun wirklich jeder rechnen.“
  • „Ich habe es doch gleich gesagt: Das musste so kommen!“

Obwohl der Hindsight Bias komplex ist, sind seine Manifestationen in der Sprache relativ leicht zu entdecken. Vor allem in Konfliktsituationen, zum Beispiel bezüglich falscher Marketing-Entscheidungen, lohnt es also, innezuhalten und darüber zu sprechen, ob und welchen Einfluss der Hindsight Bias hatte und/oder hat.

Zur Verkaufsförderung kann der Rückschaufehler hingegen überall dort genutzt werden, wo Kunden sich selbst überschätzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Menschen stets nach Bestätigung für die eigene Weltsicht und die eigenen Werte suchen. Dabei verzetteln sich viele aber in Details und verlieren das Ganze aus dem Blick. Eine überschaubare Produktpalette, die mit klaren Marketing-Botschaften beworben wird, empfinden viele Kunden deswegen als erleichternd und greifen gerne zu. Vor allem dann, wenn Werte kommuniziert werden, die vielen Menschen gemeinsam sind.

Der Hindsight Bias an sich ist wissenschaftlich belegt, dennoch ist die Debatte um diese kognitive Verzerrung nach wie vor kontrovers. Dabei streiten zwei Seiten miteinander: Die eine Seite fürchtet, dass der Hindsight Bias gefährlich ist, weil er das Lernen aus Fehlern in Form fehlerhafter Prognosen und Annahmen erschwert. Die andere Seite verweist darauf, dass der Hindsight Bias letztlich ein sinnvoller Mechanismus des Gehirns ist, der uns selbstbetrügerisch belohnt, unnötige Informationen „entsorgt“ und uns über vereinfachte Kausalitäten beim Lernen hilft.



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