Was sind Skriptsprachen? Unterschied, Merkmale & Verwendung


Um zu verstehen, was Skriptsprachen ausmacht, hilft es, die Unterschiede zu herkömmlichen Programmiersprachen,wie C, C++ und Java, zu kennen. In diesen Sprachen schreibt der Programmierer einen Quelltext, welcher in einem getrennten Schritt in Binärcode umgewandelt wird. Es kommen also zwei Dateien zum Einsatz: die Quelltext-Datei, in welcher der Programmierer arbeitet und eine daraus erstellte Binärdatei, die sich direkt auf dem Computer ausführen lässt. Als Übersetzer zwischen den beiden Dateien dient ein spezielles Programm, der so genannte Compiler.

Die Umwandlung von Quelltext in Binärcode heißt „Kompilierung”. Während der Kompilierung wird der Quelltext auf seine Plausibilität hin überprüft: Sind alle verwendeten Variablen tatsächlich definiert, passen die Typen von Funktionsargumenten zu den Funktionsdefinitionen, hat der Programmierer irgendwo ein Zeichen vergessen? Diese Überprüfung findet bei jeder Kompilierung für den gesamten Quelltext statt und kann so einige Zeit in Anspruch nehmen. Der aus der Kompilierung resultierende Binärcode ist stark optimiert, um bei der Ausführung möglichst fehlerfrei und schnell zu arbeiten. Kompilierte Sprachen eignen sich daher besonders für rechenintensive Aufgaben und größere Systeme.

Bei der Ausführung eines in einer Skriptsprache geschriebenen Programms gibt es keine Kompilierung. Es wird also keine Binärdatei aus dem vom Programmierer geschriebenen Quelltext erzeugt. Als Folge davon sind in Skriptsprachen geschriebene Programme für gewöhnlich weniger effizient in der Ausführung. Diese Einbuße an Effizienz ist jedoch kein reiner Nachteil, sondern es handelt es sich um eine bewusste Abwägung: Skriptsprachen entlasten den Programmierer, indem Sie den Prozessor stärker belasten. Skriptsprachen eignen sich daher besonders gut für kleinere bis mittelgroße Programme.

Die Idee, dem Programmierer die Arbeit zu erleichtern, zieht sich als roter Faden durch die Architektur vieler Skriptsprachen. So verzichten diese auf die manuelle Speicherverwaltung, eine besonders effiziente, jedoch fehleranfällige Technik. Ferner ist es in den meisten Skriptsprachen nicht notwendig, den Typ einer Variable anzugeben. Da in Skriptsprachen geschriebene Programme nicht kompiliert werden, gibt es auch keinen Bedarf für eine main()-Funktion. Mit Skriptsprachen kann Software direkter und mit weniger Quelltext geschrieben werden. Vergleichen Sie die nachfolgenden Beispiele. Beide dargestellten Programme liefern dasselbe Ergebnis:

 



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