Künstliche Intelligenz ist längst ein fester Bestandteil des Social-Media-Marketings. Unternehmen nutzen KI, um Kampagnenideen zu entwickeln, Captions zu formulieren, Beiträge zu übersetzen, Bilder und Videos zu erstellen und Inhalte für verschiedene soziale Netzwerke anzupassen.
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung, dem EU AI Act, in der gesamten Europäischen Union. Diese Vorschriften sollen Menschen dabei helfen, bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte zu erkennen und besser einzuordnen.
Für Unternehmen, Agenturen, Content Creator und Social-Media-Teams stellt sich damit eine wichtige praktische Frage: Wann müssen KI-generierte Social-Media-Inhalte tatsächlich gekennzeichnet werden?
Die Antwort hängt von der Art des Inhalts, der konkreten Nutzung der KI, dem Thema des Beitrags, der menschlichen Prüfung und der redaktionellen Verantwortung ab. Zusätzlich können die einzelnen sozialen Netzwerke eigene Kennzeichnungspflichten vorgeben.
Kurzantwort
Muss jeder KI-generierte Social-Media-Beitrag gekennzeichnet werden?
Keine pauschale Kennzeichnungspflicht
Nein. Die Nutzung eines KI-Tools bedeutet nicht automatisch, dass jeder Facebook-Beitrag, jede Instagram-Caption, jeder Pin, jedes TikTok-Video oder jeder Beitrag auf X mit einem KI-Hinweis versehen werden muss. Artikel 50 verwendet keinen festen Prozentsatz des KI-Anteils, um über eine Kennzeichnungspflicht zu entscheiden.
Bei diesen Inhalten ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich
Eine Kennzeichnung kann erforderlich sein, wenn du einen Deepfake veröffentlichst oder wenn KI-generierte beziehungsweise manipulierte Texte die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen und keine fundierte menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle stattgefunden hat.
Wichtig: Plattformregeln und europäisches Recht sind zwei getrennte Ebenen. Ein soziales Netzwerk kann eine Kennzeichnung verlangen, auch wenn Artikel 50 nicht greift. Umgekehrt bedeutet die Aktivierung einer KI-Kennzeichnung auf einer Plattform nicht automatisch, dass damit alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.
Vier falsche Annahmen zur Kennzeichnung von KI-Inhalten
- „Jede Nutzung von KI muss offengelegt werden.“ Die Unterstützung bei Ideen, Übersetzungen, Lesbarkeit oder redaktioneller Bearbeitung löst nicht automatisch eine sichtbare Kennzeichnungspflicht aus.
- „Es gibt einen festen Prozentwert.“ Artikel 50 legt nicht fest, dass ein Beitrag gekennzeichnet werden muss, sobald die KI einen bestimmten Anteil daran erstellt hat.
- „Eine Rechtschreibprüfung zählt als menschliche Kontrolle.“ Oberflächliches Korrekturlesen oder eine reine Grammatikprüfung gelten allein nicht als fundierte inhaltliche Prüfung.
- „Die Plattformkennzeichnung löst alle rechtlichen Anforderungen.“ Ein Plattformhinweis kann die Transparenz unterstützen, ersetzt aber nicht die rechtliche Einzelfallprüfung durch den Publisher.
Was verlangt Artikel 50 des EU AI Acts?
Artikel 50 unterscheidet zwischen den Pflichten der Anbieter von KI-Systemen und den Pflichten von Unternehmen oder anderen professionellen Anwendern, die diese Systeme einsetzen.
Anbieter generativer KI-Systeme müssen ihre Systeme grundsätzlich so gestalten, dass KI-generierte oder manipulierte Ausgaben in einem maschinenlesbaren Format erkannt werden können, soweit dies technisch möglich ist.
Unternehmen und andere professionelle Anwender werden im EU AI Act als Deployer bezeichnet. Ihre Offenlegungs- und Kennzeichnungspflichten sind insbesondere relevant, wenn sie folgende Inhalte veröffentlichen:
- Deepfakes in Form von Bildern, Audioaufnahmen oder Videos oder
- KI-generierte oder manipulierte Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen, sofern keine fundierte menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle stattgefunden hat und keine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung übernimmt.
Die Leitlinien der Europäischen Kommission zu den Transparenzpflichten aus Artikel 50 erläutern, wie diese Anforderungen ausgelegt und praktisch umgesetzt werden sollen.
Hinweis zum Anwendungszeitpunkt: Artikel 50 gilt seit dem 2. August 2026. Für bestimmte Pflichten zur maschinenlesbaren Kennzeichnung von KI-Systemen, die bereits vor diesem Zeitpunkt auf den Markt gebracht wurden, gilt eine begrenzte Übergangsfrist. Daraus ergibt sich jedoch kein allgemeiner Aufschub für Unternehmen, die Deepfakes oder relevante KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse veröffentlichen.
KI-unterstützte und KI-generierte Inhalte: Wo liegt der Unterschied?
Der EU AI Act zieht keine einfache zahlenmäßige Grenze zwischen „KI-unterstützten“ und „KI-generierten“ Inhalten. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Wörter von einem KI-Tool stammen. Relevant sind vielmehr die Rolle der KI, die Art des fertigen Inhalts, der Zweck der Veröffentlichung und der Umfang der menschlichen Kontrolle.
KI-Unterstützung und KI-generierte Veröffentlichung
Diese Gegenüberstellung dient als erste Orientierung und ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung.
Die KI unterstützt einen menschlich gesteuerten Prozess
- Ideen für Kampagnen entwickeln
- Hashtags vorschlagen
- eine Caption übersetzen
- die Lesbarkeit verbessern
- einen ersten Entwurf erstellen
- sprachliche Standardfehler korrigieren
Die KI erstellt wesentliche Teile des veröffentlichten Inhalts
- den Großteil eines informierenden Beitrags generieren
- einen realistisch wirkenden synthetischen Sprecher erstellen
- ein angebliches Foto eines Ereignisses erzeugen
- die Stimme einer realen Person imitieren
- in einem Video verändern, was eine Person scheinbar sagt
- Texte zu Themen von öffentlichem Interesse ohne inhaltliche Prüfung veröffentlichen
Entscheidend ist: Auch ein überwiegend von einer KI formulierter Text kann unter die Ausnahme für menschlich geprüfte Inhalte fallen, wenn eine fachkundige Person den Inhalt substanziell kontrolliert, bearbeitet und die redaktionelle Verantwortung übernimmt. Umgekehrt kann bereits ein kurzer synthetischer Clip kennzeichnungspflichtig sein, wenn er als Deepfake einzuordnen ist.
Was gilt als fundierte menschliche Prüfung?
Menschliche Kontrolle bedeutet mehr, als nur auf „Freigeben“ zu klicken, einen Rechtschreibfehler zu korrigieren oder einen Text durch ein Grammatikprogramm laufen zu lassen.
Nach den Fragen und Antworten der Europäischen Kommission zu Artikel 50 reichen oberflächliche, formale oder rein prozessuale Prüfungen allein nicht aus.
Eine fundierte Prüfung muss sich mit der inhaltlichen Substanz der Veröffentlichung befassen und fachliche Kenntnisse sowie ein eigenständiges redaktionelles Urteil einbeziehen.
Überprüfe Namen, Zitate, Daten, Zahlen, Statistiken, Links und Quellen. Verlasse dich nicht darauf, dass ein von der KI genanntes Zitat oder eine angegebene Quelle tatsächlich existiert.
Prüfe, ob der Beitrag korrekt, ausreichend belegt und für seinen Zweck vollständig genug ist. Achte darauf, ob einzelne Aussagen einen irreführenden Eindruck erzeugen könnten.
Überprüfe, ob synthetische Personen, Produkte, Orte, Stimmen oder Ereignisse mit authentischen Aufnahmen verwechselt werden könnten.
Überarbeite Formulierungen, Schwerpunkte, Tonalität und Schlussfolgerungen so, dass die Veröffentlichung die tatsächliche Position und Markenstimme deines Unternehmens widerspiegelt.
Stelle sicher, dass eine eindeutig benannte Person oder juristische Person den Beitrag freigeben, verändern, ablehnen und die Verantwortung für die Veröffentlichung übernehmen kann.
Was bedeutet redaktionelle Verantwortung?
Redaktionelle Verantwortung bedeutet, dass eine natürliche oder juristische Person die endgültige rechtliche Verantwortung für den veröffentlichten Inhalt und den dazugehörigen Prüf- und Freigabeprozess übernimmt.
Bei einem Unternehmen kann diese Verantwortung bei der Organisation selbst liegen und durch einen internen Freigabeprozess dokumentiert werden. Arbeitet eine Agentur für einen Kunden, sollte die Verantwortung vor der Veröffentlichung eindeutig zwischen Agentur und Auftraggeber geregelt werden.
Typische Einsatzbereiche von KI im Social-Media-Marketing
KI wird als kreativer Assistent eingesetzt
Wenn du KI nutzt, um Ideen zu sammeln, Hashtags vorzuschlagen, eine Caption zu übersetzen, die Lesbarkeit zu verbessern oder einen ersten Entwurf zu erstellen, ist allein aufgrund dieser Unterstützung in der Regel keine KI-Kennzeichnung erforderlich.
Der fertige Beitrag sollte trotzdem sorgfältig geprüft werden. Generative KI kann falsche Informationen, erfundene Zitate, irreführende Quellen oder Formulierungen erzeugen, die nicht der tatsächlichen Position deines Unternehmens entsprechen.
Die KI erstellt den Großteil einer Caption oder eines Beitrags
Wenn ein KI-System einen wesentlichen Teil eines Social-Media-Beitrags formuliert, ist der Umfang des KI-generierten Textes nicht das einzige relevante Kriterium.
Stelle dir zusätzlich folgende Fragen:
- Soll der Beitrag die Öffentlichkeit über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse informieren?
- Hat jemand die Aussagen, den Kontext und die Quellen inhaltlich geprüft?
- Wurde der Inhalt substanziell bearbeitet oder lediglich unverändert übernommen?
- Übernimmt eine Person oder ein Unternehmen die redaktionelle Verantwortung?
- Verlangt das jeweilige soziale Netzwerk eine Kennzeichnung nach seinen eigenen Richtlinien?
Eine KI-generierte Caption für ein gewöhnliches Produktangebot kann daher anders zu bewerten sein als ein ungeprüfter Beitrag über öffentliche Gesundheit, Wahlen, öffentliche Sicherheit, finanzielle Risiken, Umweltentwicklungen oder ein anderes gesellschaftlich relevantes Thema.
KI-generierter Text wird ohne Prüfung veröffentlicht
Wird ein KI-generierter oder manipulierter Text veröffentlicht, um die Öffentlichkeit über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse zu informieren, und hat keine fundierte menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle stattgefunden, kann Artikel 50 eine Kennzeichnung verlangen.
„Vollständig KI-generiert“ bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Text immer gekennzeichnet werden muss. Zweck, Thema, Zielgruppe und Veröffentlichungskontext bleiben relevant.
Welche Themen können als Angelegenheiten von öffentlichem Interesse gelten?
Zu den Themen, die für die öffentliche Meinungsbildung relevant sein können, gehören unter anderem:
- Politik, Wahlen und demokratische Prozesse,
- öffentliche Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen,
- Strafverfolgung und Rechtspflege,
- Grundrechte,
- öffentliche Sicherheit,
- öffentliche Gesundheit,
- Umwelt- und Klimaschutz,
- Verbrauchersicherheit,
- wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen sowie
- wissenschaftliche, politische, gesellschaftliche oder kulturelle Entwicklungen, die für die öffentliche Debatte relevant sind.
Der Kontext ist entscheidend: Die Erwähnung von Finanzen, Gesundheit oder Umwelt macht nicht automatisch jede werbliche Caption zu einem Beitrag über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse. Berücksichtige den tatsächlichen Zweck des Beitrags, die darin enthaltenen Aussagen und die voraussichtliche Wahrnehmung durch die Zielgruppe.
Wann müssen KI-generierte Bilder, Audios und Videos gekennzeichnet werden?
Bei visuellen und audiovisuellen Inhalten ist besondere Vorsicht geboten. Realistisch wirkende synthetische Medien können leicht mit authentischen Personen, Produkten, Orten, Unternehmen oder Ereignissen verwechselt werden.
Artikel 50 verlangt grundsätzlich eine Kennzeichnung, wenn KI-generierte oder manipulierte Bilder, Audioaufnahmen oder Videos als Deepfake einzustufen sind.
Was ist ein Deepfake im Sinne des EU AI Acts?
Ein Deepfake ist ein KI-generierter oder manipulierter Bild-, Audio- oder Videoinhalt, der einer existierenden oder plausibel existierenden Person, einem Gegenstand, einem Ort, einer Organisation oder einem Ereignis ähnelt und dadurch fälschlicherweise authentisch oder wahr erscheinen könnte.
Dazu können beispielsweise gehören:
- ein realistisch wirkender KI-generierter Sprecher, der als echte Person dargestellt wird,
- ein erfundenes Foto eines realen oder plausiblen Ereignisses,
- eine künstlich erzeugte Stimme, die wie die Stimme einer realen Person klingt,
- ein manipuliertes Video, in dem eine Person scheinbar etwas sagt oder tut,
- eine synthetische Darstellung eines realen Unternehmens oder Ortes oder
- ein realistisch wirkendes Produktbild, das einen falschen Eindruck vom tatsächlich angebotenen Produkt erzeugt.
Hinweise auf Deepfakes sollten klar erkennbar sein, wenn Nutzer dem Inhalt zum ersten Mal begegnen. Ausschließlich auf eingebettete, maschinenlesbare Metadaten zu vertrauen, reicht für eine sichtbare Offenlegung gegenüber dem Publikum möglicherweise nicht aus.
Was gilt für künstlerische, fiktionale oder satirische Inhalte?
Inhalte, die erkennbar Bestandteil eines künstlerischen, kreativen, satirischen, fiktionalen oder vergleichbaren Werkes sind, unterliegen besonderen Vorgaben für die Darstellung der Kennzeichnung. Der Hinweis darf so gestaltet werden, dass er die Wahrnehmung oder den Genuss des Werkes nicht unnötig beeinträchtigt.
Die Transparenzpflicht sollte dennoch geprüft werden. Ein synthetisches Bild lediglich als „kreativ“ zu bezeichnen, hebt die mögliche Kennzeichnungspflicht nicht automatisch auf, wenn Nutzer es mit authentischem Material verwechseln könnten.
EU AI Act und Plattformregeln sind nicht dasselbe
Unternehmen müssen zwei getrennte Ebenen berücksichtigen:
- Gesetzliche Anforderungen, darunter der EU AI Act und weitere anwendbare Vorschriften.
- Plattformrichtlinien und technische Kennzeichnungssysteme, die jedes soziale Netzwerk unabhängig festlegt.
Eine Plattform kann eine Kennzeichnung verlangen, auch wenn Artikel 50 nicht greift. Umgekehrt beweist die Aktivierung einer KI-Einstellung auf einer Plattform nicht automatisch, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt wurden.
Auch die technischen Funktionen unterscheiden sich. Einige Netzwerke ermöglichen eine freiwillige oder verpflichtende Selbstkennzeichnung, andere erkennen technische Metadaten automatisch oder ergänzen Hinweise durch eigene Erkennungs- und Prüfverfahren.
Regeln zur KI-Kennzeichnung auf wichtigen sozialen Netzwerken
Die folgende Übersicht entspricht den öffentlich verfügbaren Plattforminformationen mit Stand August 2026. Richtlinien, Benutzeroberflächen, APIs und technische Kennzeichnungssysteme können sich jederzeit ändern. Prüfe deshalb vor jeder Veröffentlichung die aktuellen Vorgaben.
Wische horizontal, um die vollständige Tabelle anzuzeigen.
| Netzwerk | So funktioniert die KI-Kennzeichnung | Das solltest du als Publisher prüfen |
|---|---|---|
| Facebook und Instagram | Meta kann Hinweise ergänzen, wenn die Systeme anerkannte technische Signale für den Einsatz von KI erkennen. Bestimmte organische Inhalte mit fotorealistischen Videos oder realistisch klingenden Audioaufnahmen müssen von Nutzern außerdem selbst als digital erstellt oder verändert offengelegt werden. | Prüfe, ob das Offenlegungswerkzeug von Meta verwendet werden muss, ob technische Metadaten vorhanden sind und wie der Hinweis „AI info“ oder ein vergleichbarer Hinweis nach der Veröffentlichung angezeigt wird. |
| Pinterest kann den Hinweis „AI modified“ ergänzen, wenn unterstützte Metadaten oder Erkennungssysteme darauf hinweisen, dass ein Bild-Pin mit KI erstellt oder verändert wurde. Auch der Eigentümer des Inhalts kann entsprechende Informationen bereitstellen. | Öffne den Pin in der Detailansicht und prüfe, ob die Kennzeichnung sichtbar ist. Die Community-Richtlinien von Pinterest gelten unabhängig davon, wie ein Pin erstellt wurde. | |
| TikTok | TikTok verlangt von Content Creatorn die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, die realistische Bilder, Audioaufnahmen oder Videos enthalten. Nutzer können eine entsprechende Einstellung aktivieren. TikTok kann außerdem automatische Kennzeichnungen hinzufügen. | Nutze die verfügbare Offenlegungseinstellung, wenn sie erforderlich ist, und prüfe zusätzlich, ob der Inhalt den Community-Richtlinien von TikTok entspricht. |
| X | X untersagt synthetische oder manipulierte Medien, die irreführend dargestellt werden und zu weitverbreiteter Verwirrung über öffentliche Themen, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder erheblichen Schäden führen können. X kann Hinweise oder „Made with AI“-Kennzeichnungen ergänzen. | Betrachte einen Hinweis von X nicht als Ersatz für deine eigene rechtliche Prüfung. Berücksichtige sowohl die Authentizitätsrichtlinie als auch die konkrete Darstellung des Beitrags. |
Facebook und Instagram
Meta kann Inhalte kennzeichnen, wenn seine Systeme anerkannte technische Signale erkennen, die auf den Einsatz von KI hindeuten. Außerdem verlangt Meta die Offenlegung bestimmter organischer Inhalte, die fotorealistische Videos oder realistisch klingende Audioaufnahmen enthalten und digital erstellt oder verändert wurden.
Bei der Veröffentlichung über unterstützte Instagram-Schnittstellen und APIs kann Meta die Selbstkennzeichnung KI-generierter Medien unterstützen. Abhängig vom Inhalt und der Erkennungsmethode kann das Publikum einen Hinweis wie „AI info“ oder einen vergleichbaren Hinweis sehen.
Lies die aktuellen Informationen von Meta zur Kennzeichnung von KI-Inhalten.
Pinterest kann den Hinweis „AI modified“ ergänzen, wenn unterstützte Metadaten oder andere Signale darauf hinweisen, dass ein Bild-Pin mit KI erstellt oder verändert wurde. Der Hinweis kann auch angezeigt werden, wenn der Eigentümer des Inhalts entsprechende Informationen bereitstellt.
Die Kennzeichnung wird in der Regel angezeigt, wenn Nutzer den Pin in der Detailansicht öffnen. Die allgemeinen Community-Richtlinien von Pinterest gelten unabhängig davon, ob ein Pin von einem Menschen oder einem KI-System erstellt wurde.
Prüfe die aktuellen Hinweise von Pinterest zu Kennzeichnungen für generative KI.
TikTok
TikTok verlangt von Content Creatorn die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, die realistische Bilder, Audioaufnahmen oder Videos enthalten. Nutzer können die Einstellung für KI-generierte Inhalte aktivieren. TikTok kann außerdem automatisch Kennzeichnungen ergänzen, wenn entsprechende technische Signale erkannt werden.
Die Aktivierung einer Kennzeichnung wirkt sich grundsätzlich nicht automatisch negativ auf die Reichweite aus, sofern der Inhalt nicht gegen die Community-Richtlinien von TikTok verstößt.
Lies die aktuellen Informationen von TikTok zu KI-generierten Inhalten.
X
X untersagt synthetische oder manipulierte Medien, die irreführend dargestellt werden und zu weitverbreiteter Verwirrung über öffentliche Themen, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder erheblichen Schäden führen können.
Die Plattform kann deutlich und irreführend veränderte oder erfundene Medien mit Hinweisen versehen. In der EU verwendet X außerdem „Made with AI“-Kennzeichnungen, um zusätzliche Informationen zu bestimmten KI-generierten oder manipulierten Medien bereitzustellen.
Prüfe die aktuelle Authentizitätsrichtlinie von X und den Aktionsplan zur Medienkompetenz.
Verlasse dich nicht allein auf Automatisierung: Automatische Kennzeichnungen, die Erkennung von Metadaten und API-Einstellungen können die Offenlegung unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine dokumentierte Prüfung des Inhalts, des anwendbaren Rechts und der aktuellen Plattformrichtlinien.
Wie sollte ein KI-Hinweis dargestellt werden?
Wenn eine Offenlegung erforderlich ist, sollte sie so klar gestaltet sein, dass das Publikum erkennen kann, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder manipuliert wurde.
Als praktische Orientierung sollte ein KI-Hinweis:
- sichtbar sein, wenn Nutzer dem Inhalt zum ersten Mal begegnen,
- eindeutig darauf hinweisen, dass eine KI den Inhalt erstellt oder verändert hat,
- zum Format, zur Plattform und zur Zielgruppe passen,
- leicht zugänglich und nicht in einem unklaren Link oder einer langen Beschreibung versteckt sein und
- mit zusätzlichen plattformspezifischen Kennzeichnungspflichten übereinstimmen.
Je nach Kontext können Formulierungen wie „KI-generiert“, „mit KI erstellt“, „KI-verändert“, „synthetisches Medium“ oder eine andere genaue Beschreibung geeignet sein.
Wie Blog2Social transparentes Social-Media-Publishing unterstützt
Mit Blog2Social kannst du Social-Media-Beiträge zentral erstellen, individuell anpassen, planen und auf mehreren Netzwerken veröffentlichen. KI-gestützte Funktionen können dich bei der Ideenfindung, Texterstellung, Optimierung und Anpassung an einzelne Plattformen unterstützen.
Blog2Social unterstützt außerdem die offiziellen KI-Kennzeichnungsoptionen, die über die Publishing-Schnittstellen folgender Netzwerke bereitgestellt werden:
- Facebook,
- Instagram,
- Pinterest,
- X und
- TikTok.
Die genaue Kennzeichnung, Darstellung und technische Verfügbarkeit kann sich je nach Netzwerk, Beitragsformat, Kontotyp, API-Zugriff und zukünftigen Plattformänderungen unterscheiden.
Diese Funktionen können es erleichtern, KI-Hinweise im Rahmen des Publishing-Prozesses an die unterstützten Netzwerke zu übermitteln. Sie ersetzen jedoch nicht deine eigene Prüfung und stellen keine Garantie für die rechtliche Konformität dar.
Als Publisher bleibst du dafür verantwortlich:
- festzustellen, ob eine Kennzeichnung gesetzlich erforderlich ist,
- die Richtlinien der einzelnen sozialen Netzwerke einzuhalten,
- die richtige Kennzeichnungsoption auszuwählen,
- sicherzustellen, dass die Offenlegung klar und angemessen ist, und
- zu prüfen, ob die Kennzeichnung im veröffentlichten Beitrag korrekt angezeigt wird.
Verwalte deine Social-Media-Veröffentlichungen in einem zentralen Workflow
Erstelle, individualisiere, plane und veröffentliche deine Social-Media-Beiträge auf mehreren Netzwerken und nutze dabei die Kennzeichnungsoptionen der unterstützten Plattformen.
Häufige Fragen zur Kennzeichnung KI-generierter Social-Media-Beiträge
FAQ zur Kennzeichnung von KI-Inhalten
Direkte Antworten auf die wichtigsten Fragen von Unternehmen und Social-Media-Teams zur Offenlegung KI-generierter Inhalte.
Muss jeder KI-unterstützte Social-Media-Beitrag gekennzeichnet werden?
Nein. Ein Beitrag muss nicht automatisch gekennzeichnet werden, nur weil ein KI-Tool eine Überschrift vorgeschlagen, eine Caption übersetzt, die Lesbarkeit verbessert oder einen ersten Entwurf erstellt hat. Entscheidend sind die Art des Inhalts, sein Zweck, der Umfang der menschlichen Prüfung und die Regeln der jeweiligen Plattform.
Gibt es einen festen KI-Anteil, ab dem ein Beitrag gekennzeichnet werden muss?
Nein. Artikel 50 legt keinen Prozentwert fest, der KI-unterstützte von KI-generierten Inhalten trennt. Ein Beitrag ist nicht automatisch von der Kennzeichnung befreit, weil die KI nur einen kleinen Teil erstellt hat. Ebenso wird er nicht automatisch kennzeichnungspflichtig, nur weil die KI den Großteil formuliert hat.
Gilt Korrekturlesen als fundierte menschliche Prüfung?
Eine reine Rechtschreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsprüfung reicht in der Regel nicht aus. Eine fundierte Prüfung sollte Fakten, Quellen, Aussagen, Zusammenhänge, mögliche Missverständnisse und die Übereinstimmung mit der tatsächlichen Position des Publishers berücksichtigen.
Müssen KI-generierte Produkt-Captions gekennzeichnet werden?
Eine gewöhnliche Produkt-Caption muss nach Artikel 50 nicht automatisch gekennzeichnet werden, nur weil sie von einer KI formuliert wurde. Die Plattform kann jedoch eigene Kennzeichnungspflichten vorgeben, insbesondere bei realistisch wirkenden synthetischen Bildern, Audioaufnahmen oder Videos.
Müssen KI-generierte Bilder immer gekennzeichnet werden?
Nicht jedes KI-generierte Bild wird gleich behandelt. Eine Kennzeichnung ist besonders relevant, wenn das Bild als Deepfake einzuordnen ist und fälschlicherweise authentisch erscheinen könnte. Die Richtlinien einzelner Plattformen können darüber hinausgehen.
Gilt eine fiktionale KI-Figur als Deepfake?
Das hängt von der Darstellung ab. Eine eindeutig fiktionale oder stilisierte Figur kann anders zu bewerten sein als eine realistisch wirkende synthetische Person, die mit einem echten Menschen verwechselt werden könnte. Entscheidend sind die Präsentation und das mögliche Täuschungsrisiko.
Garantiert die KI-Kennzeichnung einer Plattform die Einhaltung des EU AI Acts?
Nein. Plattformkennzeichnungen und gesetzliche Pflichten sind zwei getrennte Ebenen. Eine Plattformfunktion kann die Transparenz unterstützen. Der Publisher muss dennoch prüfen, ob der Inhalt unter Artikel 50 fällt und ob der Hinweis klar und angemessen dargestellt wird.
Wer ist verantwortlich, wenn eine Agentur Inhalte für einen Kunden veröffentlicht?
Agentur und Kunde sollten die Verantwortung im Vertrag und im Freigabeprozess eindeutig regeln. Die Person oder Organisation, die die endgültige redaktionelle Verantwortung übernimmt, sollte klar benannt werden. Der Inhalt muss vor der Veröffentlichung fundiert geprüft werden.
Sollten Unternehmen ihren Einsatz von KI dokumentieren?
Eine Dokumentation ist eine sinnvolle Maßnahme für das interne Risikomanagement. Halte fest, welches KI-Tool verwendet wurde, was es erstellt oder verändert hat, welche menschliche Prüfung stattgefunden hat, wer die Veröffentlichung freigegeben hat und warum eine Kennzeichnung verwendet oder nicht verwendet wurde.
Kann ein Social-Media-Management-Tool entscheiden, ob eine Kennzeichnung gesetzlich erforderlich ist?
Nein. Ein Publishing-Tool kann technische Kennzeichnungsoptionen bereitstellen und sie in den Workflow integrieren. Die rechtliche Bewertung und die Einhaltung der aktuellen Plattformrichtlinien bleiben jedoch in der Verantwortung des Publishers.
Praktische Checkliste zur KI-Kennzeichnung vor der Veröffentlichung
Nutze die folgende Checkliste als Bestandteil deines Social-Media-Freigabeprozesses. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, kann deinem Team aber helfen, Inhalte zu identifizieren, die eine genauere Prüfung erfordern.
Prüfung KI-generierter Social-Media-Inhalte
Prüfe Inhalt, menschliche Kontrolle, redaktionelle Verantwortung, Plattformvorgaben und die endgültige Kennzeichnung vor der Veröffentlichung.
1. Stelle fest, was die KI erstellt oder verändert hat
Dokumentiere die konkrete Rolle der KI im Produktionsprozess.
2. Thema und beabsichtigte Wirkung bewerten
Berücksichtige, warum der Inhalt veröffentlicht wird und wie die Zielgruppe ihn voraussichtlich versteht.
3. Eine fundierte menschliche Prüfung durchführen
Prüfe den Inhalt substanziell und beschränke dich nicht auf Rechtschreibung und Grammatik.
4. Redaktionelle Verantwortung zuweisen
Stelle sicher, dass der endgültige Beitrag einen eindeutig benannten Verantwortlichen hat.
5. Netzwerkspezifische Regeln prüfen
Prüfe die Anforderungen und Einstellungen jedes Netzwerks, auf dem der Inhalt veröffentlicht werden soll.
6. Endgültige Entscheidung dokumentieren
Bewahre genügend Informationen auf, um die Veröffentlichungsentscheidung später nachvollziehbar begründen zu können.
Transparenz gehört zu verantwortungsvollem Social-Media-Marketing
Der EU AI Act verbietet Unternehmen nicht, KI für die Erstellung von Social-Media-Inhalten einzusetzen. Er verlangt auch keine pauschale Kennzeichnung jedes KI-unterstützten Beitrags.
Er fordert jedoch in bestimmten Situationen mehr Transparenz. Das gilt insbesondere für Deepfakes und für bestimmte ungeprüfte KI-generierte Texte, die Angelegenheiten von öffentlichem Interesse behandeln. Gleichzeitig gelten auf Facebook, Instagram, Pinterest, TikTok und X eigene Regeln und Kennzeichnungssysteme.
Der zuverlässigste Ansatz kombiniert deshalb:
- eine fundierte menschliche Prüfung,
- eine klar zugewiesene redaktionelle Verantwortung,
- dokumentierte Veröffentlichungsprozesse,
- die Prüfung der aktuellen Plattformrichtlinien und
- angemessene und deutlich sichtbare KI-Kennzeichnungen.
Der verantwortungsvolle Einsatz von KI ist nicht nur eine Frage der Compliance. Transparente Kommunikation kann auch deine Glaubwürdigkeit schützen und das Vertrauen deiner Zielgruppe in deine Marke stärken.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die richtige Behandlung KI-generierter oder manipulierter Inhalte hängt vom jeweiligen Einzelfall, dem anwendbaren Recht und den aktuellen Richtlinien der jeweiligen Plattform ab.


Expertin für Content Marketing, Online PR und Social Media. Autorin und Bloggerin. Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der ADENION GmbH.
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